2017

Klub Irrko Space NightKlub Irrko Space Night Text 72pxl

ist eine Reihe von (unbeschwerten) Vorträgen und Gesprächen,
bei denen Künstler_innen, Wissenschaftler_innen und Freund_innen
ihre privaten Forschungsgebiete vorstellen.

is a series of informal lectures and conversations, in which artists,
scientists and friends present their private fields of research.

 

22. November 2017

Filmabend: Raoul Peck: „I am not your negro“

Dokumentarfilm, 2016, 93 min – mit Samuel L. Jackson, James Baldwin, Harry Belafonte et al.

I am not your negro

„Dieser fesselnde Dokumentarfilm rekonstruiert das unvollendete letzte Buch von James Baldwin, „Remember This House“ – eine ausschließlich in den Worten des afroamerikanischen Autors erzählte, schonungslose Abhandlung über den Rassismus in den USA anhand dreier seiner prominentesten Opfer: Martin Luther King Jr., Medgar Evers (Mitglied der NAACP) und Malcolm X, die alle in den 1960ern ermordet wurden.“ (Falter, 2017)

 

22. Oktober 2017

Ronald Salzer:

Das Waldviertel aus der Vogelschau im Jahr 1705. Die Miniaturveduten der Rastenberger Urbare als Geschichtsquelle.

 

Ronald.Salzer

Im Jahr 1705 entstand eine von Graf Leopold Joseph von Lamberg (1653/54–1706) beauftragte Serie von Prunkurbaren zur Dokumentation seiner im heutigen Waldviertel gelegenen Besitzungen. Die Besonderheit dieser Urbare ist, dass sie Aquarellbilder jeder Herrschaft enthalten, gemalt vom Kitzbüheler Künstler Johann Paul Faistenberger (1654 –1705). Diese Veduten – die mit Abstand ältesten bildlichen Überlieferungen dutzender Dörfer – stellen einerseits eine „wohlgeordnete Landschaft“ ganz im selbstvergewissernden Sinne des Grundherrn und Auftraggebers dar, geben andererseits aber auch einen faszinierenden authentischen Einblick in die Lebenswelt der Waldviertler Landbevölkerung am Beginn des 18. Jahrhunderts.

Ronald Salzer – Historiker, Archäologe und Waldviertler in Wien.
https://univie.academia.edu/RonaldSalzer

 

22. September 2017

Dino Schosche

„Integriert euch!“

Dino_Schosche_@Michael Mazohl

Dino Schosche, CEO der Agentur Alpha Plus und Projektleiter der Wiener Integrationswoche liefert Antworten auf die Fragen, wer sich wo hinein in Österreich integrieren sollte, was die richtigen Probleme unserer Gesellschaft sind und wen die Menschen ohne Wahlrecht in Österreich wählen sollten.

Dino Schosche wurde 1975 in Mostar, damals Jugoslawien geboren. 1993 kam er als Kriegsflüchtling nach München und 2005 als Wirtschaftsflüchtling weiter nach Wien. Sich selbst nennt er oft einen bayrischen Herzego-Wiener. Obwohl er bei seiner Ankunft am Südbahnhof nicht von der begeisterten Menge und Blasmusik empfangen wurde, gründet er einige Monate später ein Unternehmen, um sich als braver Leistungsträger zu versuchen und um dem Staat Österreich durch Umsatz-, Lohn- und Gewerbesteuer etwas zurückgeben zu können. In den Jahren danach versuchte er sich als Herausgeber der fremdsprachigen Publikation „Bum“ (Magazine in serbokroatischer und türkischer Sprache), sowie deutschsprachiger Hochglanzmagazine „Kiox“ und „Wiener Vielfalt“. Zu den Projekten seiner Firma zählen auch die „Wiener Integrationswoche“ (Veranstaltungsreihe zum Thema Partizipation), „Divörsity“ (Aktionstag, an dem sich österreichische Unternehmen und Institutionen von ihrer bunten Seite zeigen), „Wir alle sind Wien“ (Videoportraits von weltoffenen Wienerinnen und Wiener), usw. (Das ganze Portfolio finden Sie unter http://www.alphaplus.at). Heute ist er ein dreifacher Familienvater, leidenschaftlicher Musiker und immer noch ein überzeugter Wiener.

 

http://www.alphaplus.at
http://www.integrationswoche.at
http://derstandard.at/2000056725383/Nach-Kerns-Pizzavideo-Migrant-ohne-Wahlrecht-liefert-Pita
https://okto.tv/de/series/372
http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/integration/gesellschaft/543197_Level-Wiener-noch-nicht-erreicht.html

 

22. Juni 2017:

Gianna Zocco

„It is this journey toward a more vast reality which must take prevalence over all other claims“ –

James Baldwin und die (Un)vereinbarkeit von Literatur und Protest

 

baldwin bücher baldwin mlk

Am Beginn von James Baldwins (1924-1987) literarischer Karriere stand ein Akt der mehrfachen Abwendung: einerseits der Abwendung von seiner Heimat Amerika und seiner Familie in Richtung Paris, andererseits der Abwendung von der einzigen Art von Literatur, die zu verfassen einem Menschen schwarzer Hautfarbe damals – falls überhaupt – gesellschaftlich „erlaubt“ war: Sein erster publizierter Text (1949) ist ausgerechnet ein Essay, der das Genre des „Protestromans“ – von Harriet Beecher Stowes Uncle Tom’s Cabin bis zu Richard Wrights Native Son – angreift: „The failure of the protest novel lies in its rejection of life, the human being, the denial of his beauty, dread, power, in its insistence that it is his categorization alone which is real and which cannot be transcended.“

Wie verträgt sich dieser Akt der Abwendung damit, dass Baldwin knapp fünfzehn Jahre später zu einem der wichtigsten Wortführer der Bürgerrechtsbewegung wird, der Martin Luther King und Malcolm X trifft, der mit Justizminister Bobby Kennedy diskutiert und dessen Foto auf dem Cover des Time Magazine erscheint? Und wie ging er damit um, dass ihm von Kritikern immer wieder vorgeworfen wurde, genau die Art von Protestliteratur zu verfassen, gegen die er sich in seinen frühen Essays so strikt ausgesprochen hatte? Zum Beispiel schreibt Friedrich Torberg in einer Rezension über ein im Wiener Volkstheater aufgeführtes Theaterstück Baldwins: “ Sonst aber eignen ihm so ziemlich alle Defekte, die immer wieder dazu führen, daß aus guter Gesinnung schlechte Theaterstücke entstehen.“

Ausgehend von dem schwierigen und immer wieder neu zu klärenden Verständnis von Literatur und Protest, das James Baldwins Werk wie ein roter Faden durchzieht, gibt der Vortrag einen kleinen Überblick über einen im deutschsprachigen Raum fast vergessenen Schriftsteller, der sich aktuell eines kleinen „Revivals“ erfreut. (Anmerkung: “ I Am Not Your Negro“, ein Film der auf einem unveröffentlichten Drehbuch Baldwins basiert, läuft ab 16. Juni im Wiener Filmcasino)

 

Gianna Zocco ist Assistentin und Lehrbeauftragte an der Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft der Universität Wien. Nach ihrer Dissertation über das Motiv des Fensters als Öffnung ins Innere in der Gegenwartsliteratur und nach einem einjährigen Forschungsaufenthalt an der Columbia University in New York arbeitet sie derzeit an ihrer Habilitation über Bilder und Funktionen des deutschsprachigen Raums und seiner Geschichte in afroamerikanischer Literatur.

 

 

22. Mai 2017:

Hermann Glettler

Worum geht’s?

Hermann Glettler space night

Um Solidarität, Spiritualität und Integration. Hauptsächlich darum, nicht wahr?!

Selbstverständlich würden jeder/m ja noch einige Fremdwörter einfallen. Anhand dieser drei exklusiven Stichworte möchte ich jedenfalls meine Arbeit als Priester, Kurator für Gegenwartskunst in Kirchen, Gesellschaftsbeobachter, Verantwortlicher für die Caritas und Mission vorstellen. Damit diese Querschnitts-Crossover-Geschichte halbwegs verdaulich und übersichtlich bleibt, werde ich auch ein paar Fotos zeigen. Freue mich auf eine schöne Begegnung.

Hermann Glettler, seit 2016 Bischofsvikar für Caritas und Evangelisation in der katholischen Kirche der Steiermark. Vorher Pfarrer und Sozialarbeiter im wunderschönen multikulturellen Bezirk Gries in Graz. Bildender Künstler.

 

 

22. April 2017:

Frank Ruf: Das silberne Volk

kontrolltisch für atomtests nevada

Seit den Enthüllungen von Edward Snowden versuche ich, zwei Wahnsinnsthemen in einem Roman zu vereinen: Die anlasslose Massenüberwachung und die rasanten Fortschritte bei künstlicher Intelligenz. Ein drittes Themenfeld stellt eine Verbindung dar, es ist die Entwicklung von Autonomie für Militärtechnik. Ich möchte euch zu diesen Themen meine Recherche vorstellen und zudem einen ersten Einblick in den Roman und seine Figuren geben, der bisher den Arbeitstitel „Das silberne Volk“ trägt.

Nach Lehrtätigkeiten in der Auslandsgermanistik in Delhi/Indien und Nottingham/Großbritannien studiere ich derzeit Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst/Wien.

Foto:  Kontrolltisch für Atomwaffentests in Nevada (© Frank Ruf)

 

 

22. März 2017:

Stefan Ossmann

Das wahrscheinlich erste Polyamorie-Quiz der Welt (in Wien XVI)

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Polyamorie ist in aller Munde. Aber wie viel wissen wir wirklich über emotionale und sexuelle Mehrfachbeziehungen? Was ist erforscht, was liegt im Dunkeln? Anhand eines ziemlich kniffligen Quizzes wird das Wissen des Publikums erhoben und im Anschluss mit Klischees und Halbwahrheiten aufgeräumt. Kein Vorwissen erforderlich, Monogamisten und -innen herzlich willkommen.

Stefan Ossmann ist Geistes- und Sozialwissenschafter und forscht im Rahmen eines FWF-Projektes zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden von Eigenwahrnehmung und medialer Fremddarstellung polyamorös lebender Personen: http://polyamorie.univie.ac.at/

 

Stefan Ossmann:
Probably the first Polyamory-Quiz in the world (in Vienna XVI)

Much is being said about polyamory. But how much do we really know about emotional and sexual multi-relationships ? What research has been done and what has yet to be discovered ? Based on a quite tricky quiz the knowledge of the audience will be assessed and subsequently stereotypes will be dispelled. No prior knowledge necessary, monogamists very welcome.

Stefan Ossmann is a social and human scientist and currently researching in the context of a FWF project about commonalities and differences in the self perception and the media representation of polyamorously living people:  http://polyamorie.univie.ac.at/

 

 

22. Februar 2017:

Nicola Schenk: Tableaux vivants – Über die Wirkkraft der (lebenden) Bilder und die Lust am Rätseln über das Nicht-Sichtbare

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Tableaux vivants waren vor allem zur Zeit Goethes sehr beliebt. Es waren dies körperliche Nachstellungen und Nachempfindungen von kanonisierten Werken der Malerei und Plastik. Es sollten „zauberische Einblicke in die Grenzwelt zwischen Wirklichkeit und Imagination“ vermittelt werden. Mit der Fotografie beginnt das Tableau vivant später Produkt eigenschöpferischer bildnerischer Energien zu werden. Die lebendigen sowie Bilder an und für sich können so faszinieren, dass man ihr Mysterium unbedingt begreifen – hinter das Bild greifen will, um sein Geheimnis zu lösen. Es wird begehrlich betrachtet, es wird schief gestellt und Leerstellen werden gefüllt, die das Nicht-Sichtbare, das nur Ahnbare benennen wollen. Letzlich kapituliert man vor der dem Bild innewohnenden Sinnlichkeit und überlässt sich mit einem Schauder der Verzauberung.
Vortrag mit Bildbeispielen

Nicola Schenk hat im Künstlerhaus gearbeitet, auf der Theater-Film und Medienwissenschaft Wien studiert und erschließt sich aktuell neue berufliche Horizonte durch transdisziplinäre Projekte.

 

 

22. Jänner 2017:

Walter Manoschek: „Dann bin ich ja ein Mörder !“

Adolf Storms und das Massaker an Juden in Deutsch Schützen
Dokumentarfilm, 68 Minuten

manoschek

Präsentation des Films mit anschließender Diskussion mit dem Filmemacher.
Elfriede Jelinek: „Ich finde diesen Film großartig, vor allem weil er so sachlich ist.“
Walter Manoschek ist Professor für Politikwissenschaft an der Uni Wien und forscht seit vielen Jahren zu Holocaust, Nationalsozialismus und Vergangenheitspolitik.

 

 

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